Vernünftige Schwimmer: Noch keine Badeunfälle in Hooksiel.

- - Friesland

Am Strand von Hooksiel gab es in diesem Jahr noch  keinen Badeunfall. Ralf Knebel von der DLRG in Hooksiel musste bisher nur kleinere Verletzungen versorgen. Die  Badegäste aus ganz Deutschland verhalten sich bisher vernünftig und wissen ums Risiko.

Von Bettina Martin

Ralf Knebel blickt durch sein Fernglas aufs Meer hinaus. Alles ruhig. Die Badeurlauber am Strand von Hooksiel genießen die brennende Sonne auf der Haut, zur Erfrischung geht es in die Nordsee. Gerade ist Ebbe, die Gäste müssen ein Stück laufen, bis sie das Wasser erreichen. Passiert ist zum Glück bisher nichts.

Am vergangenen Wochenende sind an der Ostsee sechs Menschen ums Leben gekommen. Meist aus Leichtsinn. In Hooksiel ist bisher alles gut gegangen. „Wir passen eben gut auf die Menschen auf“, sagt Rettungsschwimmer Ralf Knebel von der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Ortsgruppe Wangerland. „Die Meisten verletzen sich beim Laufen im Watt an Muscheln die Füße. Da reicht normalerweise ein Pflaster aus.“ Auch eine Kite-Surferin hatte sich einmal beim Surfen am Schienbein verletzt. In solchen Fällen muss Knebel aber den Rettungsdienst rufen. Derzeit ist der DLRG-Schwimmer allein vor Ort.

„Ich bin momentan für den gesamten Strandbereich allein zuständig“, erklärt er. „Ich kann den Wachturm aber nicht verlassen, wenn gerade Badebetrieb ist.“ Erleidet beispielsweise jemand einen Kreislaufzusammenbruch wegen der Hitze, muss Ralf Knebel den Rettungsdienst hinzuziehen. „Das war besser, als noch die Johanniter hier ihre Strandrettungswache betrieben haben.“ Da der Landkreis eine ganzjährig besetzte Rettungsstation in Hohensminde gebaut hat, lief der Auftrag für die Helfer im Jahr 2012 aus.

Ralf Knebel hat immer ein wachsames Auge auf die Badegäste in Hooksiel. Foto: Knothe

Ralf Knebel hat immer ein wachsames Auge auf die Badegäste in Hooksiel. Foto: Knothe

Ab 2. August bekommt Knebel aber Unterstützung aus Nordrhein-Westfalen von der DLRG-Ortsgruppe Lienen nahe Osnabrück. Rund 15 Helfer sind dann vor Ort und sorgen für den Rundumblick am Strand von Hooksiel.

Besonders die Touristen unterschätzen oft die Gefahren von natürlichen Gewässern. An der Ostsee gibt es beispielsweise gefährliche Unterströmung. An der Nordsee können Badegäste vor allem wegen des Windes in heikle Situationen geraten. „Ein Risiko wird es, wenn der Wind landauswärts weht“, erklärt Ralf Knebel. „Dann können Schwimmer leicht aufs offene Meer hinausgetrieben werden.“ Besonders bedrohlich ist dies bei kleinen Kindern, die im Wasser mit aufblasbaren Schwimmtieren unterwegs sind. In solchen Fällen können die Kleinen mit der Strömung schnell weit hinaus gelangen.

„Das A und O ist, dass Kinder gut schwimmen können“, sagt der Rettungsschwimmer. Dazu reichen Freischwimmer oder gar das Seepferdchenabzeichen nicht aus. Wichtig ist es aber auch für bessere Schwimmer, sich in Gebieten mit Strömungen nicht zu überschätzen.

In Hooksiel geht der Badebereich über eine Länge von rund 300 Metern etwa 150 Meter weit ins Meer hinaus. Am Ende der Zone erreicht das Wasser bei Flut seinen höchsten Stand bei 2,50 Metern.

Vor Gefahren im Wasser warnt die DLRG mit gehissten Flaggen. Jasmin Wohlrab aus dem thüringischen Gera weiß: „Gelb bedeutet Achtung. Und bei Rot darf man nicht mehr schwimmen.“

Auch Elisabeth Weber und Helmut Hölzer aus Duisburg wissen um die Gefahren und die Beflaggung. Sie genießen aber ganz einfach die Zeit in der Sonne und die Meeresluft. Seit den Siebziger Jahren sind sie jedes Jahr in Hooksiel zu Gast.

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Fotos: Rudi Knothe

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