Sande

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Den schiefen Turm von Pisa kennt jeder. Aber den schiefen Turm von Sande? Wer am Bahnhof der beschaulichen Gemeinde im Herzen Frieslands ankommt, sieht den „Monte Pinnow“ als erstes. Dank eines Sprengversuchs der britischen Militärverwaltung nach dem 2. Weltkrieg neigt sich der ehemalige Bunker um 18 Grad. Heute klettern die Mitglieder des Deutschen Alpenvereins Wilhelmshaven in und auf dem markanten Gebäude. Der „Monte Pinnow“ ist aber längst nicht alles, was Sande zu bieten hat. Die Gemeinde besticht unter anderem durch einem historischen Ortsteil mit bewegter Geschichte, einem großen, frei zugänglichem Badesee und der Anbindung an den Ems-Jade-Kanal, der für ausgiebige Fahrrad- oder Paddeltouren einlädt. Wer die ostfriesische Halbinsel lieber von oben betrachten möchte, kann einen Flug am „JadeWeserAirport“ buchen. Der Flugplatz ist ein beliebtes Ziel von Hobbyfliegern. Eine neue EU-Verordnung untersagt ihnen zwar derzeit das Anbieten von Flügen. Am Flugplatz rechnet man aber fest damit, dass diese Verordnung im Sommer 2013 wieder rückgängig gemacht wird.

Zahlen und Fakten

Die Gemeinde Sande liegt im Landkreis Friesland, südlich von Wilhelmshaven und am Jadebusen, einer großen Meeresbucht, gelegen. Sie ist in mehrere Ortsteile gegliedert, in denen rund 9300 Einwohner leben. Viele von ihnen sind Pendler, die in den nahe gelegenen Städten Jever, Wilhelmshaven oder Schortens arbeiten. Sande selbst wurde zu Beginn des Hochmittelalters erstmals erwähnt, einige heutige Ortsteile hingegen schon deutlich früher (um 800). Sande ist außerdem die Heimat des niedersächsischen Wirtschaftsministers Olaf Lies (SPD).

Ausflugsziele und Freizeitangebote

Die unterschiedlichen Ortsteile Sandes haben jeweils ihren ganz eigenen Charakter. Der namensgebende Ortskern weist gute Einkaufsmöglichkeiten und Verkehrsanbindungen sowie das Wahrzeichen der Gemeinde, den Marienturm des Anwesens Altmarienhausen, auf. Auf der Graftanlage rund um das historische Domizil lässt es sich herrlich spazieren.
In der Nähe liegt der 3,4 Hektar große Sander See. Er beeindruckt durch glasklares Wasser, einen Sandstrand sowie einen Bootssteg mit Tretbooten – und das bei freiem Eintritt.Wer nicht nur schwimmen will, kann die 1,8 Kilometer lange Laufstrecke rund um den See nutzen und dabei einen herrlichen Blick auf das Wasser genießen.

Eine Besonderheit ist der Ortsteil Neustadtgödens, in dem sich viele kulturhistorische Spuren finden lassen. Denn Neustadtgödens war lange Zeit, insbesondere unter der Territorialherrschaft von Franz Ico von Frydag im 17. Jahrhundert, als Ort religiöser Toleranz bekannt. Hier lebten Menschen mennonitischen, lutherischen, reformierten, katholischen und jüdischen Glaubens friedlich nebeneinander, viele von ihnen waren Glaubensflüchtlinge. Fünf der alten Gotteshäuser stehen noch heute, sogar die Synagoge. Sie wurde nur kurz vor der Reichsprogromnacht 1938 in Privatbesitz verkauft. So ist sie eine von zwei erhaltenen deutschen Synagogen im historischen Ostfriesland. Daneben gibt es in Neustadtgödens noch weitere sehenswerte Gebäude, etwa das Landrichterhaus. Es beherbergt heute ein Museum. Am Rande von Neustadtgödens liegen zwei Windmühlen: Die Oberahmer Peldemühle sowie die Wasserschöpfmühle in Wedelfeld. Nahe des Ortes befindet sich das Schloss Gödens. Das 1661, nach einem zuvor abgebrannten Vorgänger erbaute Wasserschloss gilt als eins der schönsten seiner Art in Ostfriesland, im Park umzu lässt es sich herrlich spazieren gehen.

Für Naturfreunde und Ruhesuchende besonders sehenswert sind die Salzwiesen vor dem Cäciliengrodener Deich, die zur Ruhezone des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer gehören. Sie können auf dem Cäciliengrodenpfad erkundet werden. Tafeln informieren über Flora und Fauna der Salzwiesen sowie den Klimawandel. Zudem liegt Cäciliengroden am Skulpturenpfad Kunst am Deich am Radwanderweg rund um den Jadebusen. Der Pfad besteht aus zwei Teilen und zeigt Skulpturen zur Schöpfungsgeschichte und der Sintflut.

Rund um Sande kommen besonders Sportbegeisterte auf ihre Kosten. Neben dem Sander See ist besonders die Anbindung an den Ems Jade-Kanal für die ganze Familie ideal. Denn Sande beherbergt eine von 21 „Paddel und Pedal“-Stationen am Kanal. Hier können Fahrräder und Kanus für Ein- oder Mehrtagestouren gemietet werden. Sowohl auf dem Ems-Jade-Kanal als auch mit dem gut ausgebauten Fahrradnetz kann so die Küstenlandschaft mit seinen vielen Besonderheiten entdeckt werden.

Empfohlene Links

www.sande.de/tourismus – Offizielle Website der Stadt Sande

 

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